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Begegnungen und Gespräche zu aktuellen Themen unserer Zeit
LABORATORIEN 2018
Samstag, 7. April 2018
19 Uhr

Wissen & Unwissen

 
Das Motto der Laboratorien 2018 heißt „Lost in Realisation“ mit Inhalten aus der Philosophie, der Soziologie, der Kunst und Kulturpolitik. Mögliche ReferentInnen werden zeitnah benannt. Die öffentlichen Präsentationen werden dokumentiert.
Beherrscht uns Wissen oder Unwissen? Eine Frage, die während der letzten Jahre nicht nur an politischer Virulenz gewonnen hat. Sie zerfällt bei genauerem Hinsehen in viele Einzelfragen:
Was kann ich wissen? Was weiß ich tatsächlich? Was weiß ich nicht eigentlich glaube ich aber dennoch? Welche Wissensquellen habe ich? Nach welchen Kriterien beurteile ich die Glaubwürdigkeit einer Quelle? Was muss ich glauben, weil ich es nicht überprüfen, belegen, beweisen kann? Was bezweifeln? Gibt es verschiedene Grade der Gewissheit? Verschiedene Formen des Unwissens? Welchen Status haben Fake News und Alternative Facts?
Es diskutieren die Philosophin Eva-Maria Jung, der Kulturjournalist Wilfried Köpke, der Künstler Dirk Dietrich Hennig sowie der Künstler und Schrifsteller Jost Merscher mit den Gästen des Abends.
Kuratiert wird die Reihe von Jost Merscher.

Die Laboratorien Hermannshof sind ein einmaliges Format in Niedersachsen. Und „Site Specific“ auf dem Hermannshof beheimatet: Das Haus im Park ist der „Denk“ -Ort, der Park die Bühne für Open-Air-Präsentationen, das Gästehaus gibt - Generationenübergreifend - die Herberge für Referentinnen, Künstler, Musiker und wache Zeitgeister.
Eintritt: frei, Spende ebeten

 

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Fake News: Original + Fake + Copy + ... from the collection of the Sprengel Museum Hannover

Not only since the case of Wolfgang Beltracchi, the guardians of the art collections in Germany have once again been alarmed: almost every collection contains works that have been forged, copied, re-cast or removed for various reasons. The media-effective cases like Beltracchi are the least historically interesting in art history - this is also shown by the examples from the Sprengel Museum Hannover, some of which were erroneously shown over decades as questionable originals.

Various works by prominent authors such as Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann and Wols, which according to previous evidence have proven to be replicas, forgeries and copies, will be presented in the third, cabinet-like room of the extension. Along with these works, some of the originals of the artists will be shown, and for each "case" the current state of research, which has been developed over decades through the exchange with scientists, the preparation of catalogs of works, restorations and provenance research. Discussions about alleged cases of forgery whose end is still open are also presented.

Finally, the work of Dirk Dietrich Hennig (born 1967), whose own work revolves around themes such as original, history and falsification, will rhetorically underline the presentation.

With this collection presentation, the Sprengel Museum Hannover strives for a further opening and transparency of the work of the institution - not only the classical presentation and the collection and preservation, but also the disclosure of the scientific strategy of the museum are among its activities.

An accompanying booklet (german/english) with essays by Patricia Hartmann and Carina Plath appears. Lectures and talks will enrich the presentation and its discussion.


Fake News: Original + Fälschung + Kopie + … aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover

Nicht zuletzt seit dem Fall um Wolfgang Beltracchi sind die Hüterinnen und Hüter der Kunstsammlungen in Deutschland erneut alarmiert: Nahezu jede Sammlung enthält Werke, die aus verschiedenen Gründen gefälscht, kopiert, neu gegossen oder neu abgezogen wurden. Die medienwirksamen Fälle wie Beltracchi sind dabei die kunsthistorisch am wenigsten interessanten – dies zeigen auch die Beispiele aus dem Sprengel Museum Hannover, von denen einige irrtümlicherweise über Jahrzehnte hinweg als fragliche Originale gezeigt wurden.

Verschiedene Werke, von prominenten Urhebern wie Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols, die sich nach bisheriger Beweislage als Repliken, Fälschungen und Kopien erwiesen haben, werden im dritten, kabinettartigen Saal des Erweiterungsbaus präsentiert. Zusammen mit diesen Werken werden auch einige Originale der Künstler gezeigt, und es wird zu jedem „Fall“ der aktuelle Forschungsstand dargelegt, der über Jahrzehnte durch den Austausch mit WissenschaftlerInnen, das Erstellen von Werkverzeichnissen, Restaurierungen und Provenienzrecherchen entstanden ist. Auch Diskussionen um vermeintliche Fälschungsfälle, deren Ende noch offen ist, werden vorgestellt.

Schließlich soll die Arbeit von Dirk Dietrich Hennig (geb. 1967), dessen eigenes Werk um Themen wie Original, Geschichte und Fälschung kreist, die Präsentation rhetorisch unterstreichen.

Das Sprengel Museum Hannover strebt mit dieser Sammlungspräsentation eine weitere Öffnung und Transparenz der Arbeit der Institution an – nicht nur die klassische Präsentation und das Sammeln und Bewahren, sondern auch die Offenlegung der wissenschaftlichen Strategie des Museums gehören zu dessen Aktivitäten.

Es erscheint ein Begleitheft (dt/engl.) mit Texten von Patricia Hartmann und Carina Plath. Vorträge und Gespräche werden die Präsentation und ihre Diskussion bereichern.
 

 


 Abb.: Carl Gerhardt Rudolf (1922-2012)/ Kurt Schwitters, Merz 1926, Cicero 1926 (Ausschnitt)

 
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